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Funktionelle Wildpflanzenkunde

in der Rehabilitation & Schmerztherapie

 

Die Weiterbildung „Funktionelle Wildpflanzenkunde für therapeutische Berufe” vermittelt ein modernes, wissenschaftlich fundiertes Verständnis von Wildpflanzen als funktionelle Regulatoren neuro-immunologischer Prozesse in der Rehabilitation, Schmerztherapie und Prävention.

Im Zentrum steht nicht die klassische Pflanzenheilkunde, sondern die Übersetzung psychoneuroimmunologischer (PNI) Mechanismen in den physiotherapeutischen Alltag.

Wildpflanzen werden dabei als evolutionär vertraute Reizgeber verstanden, deren sekundäre Pflanzenstoffe gezielt körpereigene Regulationssysteme aktivieren – insbesondere jene, die für Muskelregeneration, Entzündungsmodulation, Schmerzverarbeitung und Stressresilienz relevant sind.

Therapeutischer Ansatz

Ausgangspunkt ist die Annahme, dass viele chronische Beschwerden – verzögerte Regeneration, persistierende Entzündung, chronischer Schmerz, geringe Therapieadhärenz – Ausdruck eines evolutionären Mismatch sind: moderne Lebensweisen treffen auf ein Nervensystem und einen Stoffwechsel, der für natürliche, vielfältige Umweltreize entwickelt wurde.
Wildpflanzen liefern genau solche Reize: Sie wirken nicht pharmakologisch im engeren Sinne, sondern hormetisch, das heißt regulierend, adaptiv und kontextabhängig.

Über definierte Signalwege beeinflussen sie zentrale Steuerungssysteme wie:
● den Nrf2-Signalweg (zelluläre Stressresilienz)
● den Vagusnerv (parasympathische Regulation)
● die Darm-Hirn-Achse (Immun- und Schmerzmodulation)
● psychologische Faktoren wie Motivation, Selbstwirksamkeit und Adhärenz

Der Kurs zeigt, wie diese Mechanismen gezielt in physiotherapeutische und osteopathische Behandlungskonzepte integriert werden können – ohne Arzneimittelverordnung, aber mit hoher klinischer Relevanz.


Muskelregeneration & DOMS-Reduktion durch Wildpflanzen

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Rolle von polyphenolreichen Wildpflanzen in der Muskelregeneration. Intensive oder ungewohnte Belastungen führen zu oxidativem Stress, inflammatorischen Mikroprozessen und strukturellem Muskelschaden, der sich klinisch als DOMS (Delayed Onset Muscle Soreness) zeigt.
Bestimmte Wildpflanzeninhaltsstoffe – insbesondere Flavonoide wie Quercetin – aktivieren den Nrf2-Transkriptionsfaktor, der eine Vielzahl antioxidativer Schutzmechanismen reguliert. Die Folge ist eine verbesserte zelluläre Stressantwort, reduzierte Entzündungsmarker und eine schnellere myofibrilläre Regeneration.

Für Physiotherapeut:innen / Osteopathen:innen ist dieses Wissen relevant bei:
● sportorthopädischer Rehabilitation
● Trainingsaufbau nach Verletzung oder OP
● wiederholten Belastungszyklen in der Therapieplanung

Wildpflanzen wirken hier als biologische Regenerationsverstärker, die die Belastbarkeit zwischen Therapieeinheiten verbessern und Schmerzen reduzieren können.

Postoperative Rehabilitation & funktionelle Entzündungshemmung

Postoperative und posttraumatische Rehabilitationsphasen sind häufig durch persistierende Entzündungsprozessegekennzeichnet, die Heilung verzögern und die Therapieprogression limitieren.
Die Weiterbildung vermittelt, wie Terpene, Flavonoide und andere sekundäre Pflanzenstoffe aus Wildpflanzenentzündliche Signalwege modulieren können – insbesondere durch die Dämpfung des NF-κB-Systems bei gleichzeitiger Aktivierung regenerativer Prozesse über Nrf2.
Im Unterschied zu rein pharmakologischer Entzündungshemmung zielt dieser Ansatz nicht auf eine Blockade, sondern auf Regulation. Für Therapeut:innen eröffnet sich damit die Möglichkeit, Entzündung als notwendigen Heilungsprozess zu verstehen und dennoch überschießende oder chronifizierte Entzündungsreaktionen zu begrenzen.

Chronischer Schmerz, Vagusnerv & Darm-Hirn-Achse

Ein weiterer Schwerpunkt des Kurses liegt auf der neuroimmunologischen Dimension chronischer Schmerzen. Chronische Schmerzsyndrome sind selten rein strukturell erklärbar, sondern eng mit vegetativer Dysbalance, Neuroinflammation und Veränderungen der Darmmikrobiota verknüpft.
Polyphenolreiche Wildpflanzen wirken hier doppelt:
● Sie fördern als präbiotische Substrate eine diversere Darmflora und die Bildung kurzkettiger Fettsäuren (SCFA)
● Diese wiederum stabilisieren die Darmbarriere, reduzieren systemische Entzündung und modulieren vagale Afferenzen
Zusätzlich spielen bitterstoffhaltige Wildpflanzen eine zentrale Rolle. Über Bitterrezeptoren im Mund- und Darmbereich aktivieren sie den Vagusnerv und fördern parasympathische Regulationsprozesse – ein entscheidender Faktor bei chronischen Schmerzpatient:innen mit sympathischer Dominanz.

Adhärenz, Resilienz & Biophilie

Therapieerfolg hängt nicht allein von Interventionen ab, sondern maßgeblich von Adhärenz, Motivation und emotionaler Beteiligung der Patient:innen. Der Kurs greift das Konzept der Biophilie auf – die angeborene Affinität des Menschen zu natürlichen Umgebungen – und zeigt, wie die bewusste Einbindung von Wildpflanzenarbeit (z. B. Sammeln, Wahrnehmen, Verstehen) die Selbstwirksamkeit steigert und die Therapietreue verbessert.
Wildpflanzen werden so nicht nur zu biochemischen Wirkstoffen, sondern zu psychologischen Ressourcen, die Resilienz fördern und langfristige Therapieprozesse stabilisieren.

Didaktik & Praxisorientierung

Die Weiterbildung kombiniert:
● wissenschaftlich fundierte Theorie
● klare physiotherapeutische Übersetzungen
● Exkursionen mit sicherer Pflanzenbestimmung
● rechtssichere Einordnung der therapeutischen Rolle

 

Kursgebühr

EUR 

 

Fortbildungspunkte

18 FP

Kursdaten

16.07.-17.07.2026

Kursdauer

2 Tage mit 18 UE

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Unterrichtszeiten

1. Tag 9.00-18.00 Uhr, 2. Tag 9.00-16.00 Uhr

Kursleitung

Daniela Schwarz, Heilpraktikerin, Gesundheit-Coach klinische Psycho-Neuro-Immunologie, Autorin, Speakerin

Adressaten

Die Weiterbildung richtet sich an Physiotherapeut:innen, Osteopath:innen oder andere therapeutische Berufe, die ihr therapeutisches Denken über rein biomechanische Modelle hinaus erweitern möchten und dabei evidenzbasierte, rechtssichere und praxisnahe Konzeptesuchen.