Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) im
Spannungsfeld der Faszien
mit Prof. Dr. biol. hum. Robert Schleip
Ein manualtherapeutischer Weiterbildungsworkshop
In diesem intensiven 2-Tages-Workshop vermittelt Prof. Robert Schleip aktuelle Erkenntnisse aus der internationalen Faszienforschung und übersetzt sie in konkrete klinische Konsequenzen für Befund, Diagnostik und Therapie von CMD. Der Kurs verbindet fundierte Theorie mit einem umfangreichen Praxisteil: Manualtherapeutische, bewegungspädagogische und neurovegetative Ansätze werden so vermittelt, dass sie unmittelbar in den physiotherapeutischen Alltag integriert werden können.
Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) sind selten rein lokal – sie sind häufig Ausdruck komplexer faszialer Spannungs- und Stressmuster, die weit über den Kiefer hinausreichen. Beschwerden im Kiefer- und Gesichtsbereich stehen dabei oft in enger Wechselwirkung mit HWS-Dysfunktionen, Schulter-Nacken-Spannung, thorakaler Atemmechanik, autonomer Stressregulation und der globalen Haltungs- und Bewegungskontrolle.
Ziel des Workshops
ist es, CMD als Teil eines körperweiten Regulationsgeschehens zu verstehen – und daraus wirksame, integrative Behandlungskonzepte abzuleiten: mit einem geschärften Blick für fasziale Kontinuitäten, neurofasziale Kommunikation, Atem-/Stimmfunktion und autonomes Nervensystem.
Ihr Nutzen
Nach dem Kurs können Sie …
- CMD in faszialen Ketten und globalen Spannungsmustern sicherer einordnen
- relevante körperweite Zusammenhänge (HWS, Zwerchfell, Beckenboden, Stress) besser in Befund & Therapie integrieren
- wirksame myofasziale Release- und Mikrobewegungs-Techniken gezielt anwenden
- das autonome Nervensystem therapeutisch berücksichtigen (z. B. vagusorientiert)
- patientenorientierte Strategien zur Selbstregulation vermitteln (Bewegung, Atem, Stimme)
Inhalte – kompakt und praxisnah
Theoretische Schwerpunkte
- Spannungsregulation im körperweiten tensegralen faszialen Zugspannungsnetzwerk
- Cranium in der oberflächlichen Rückenlinie: von Plantarfaszie über das Sakrotuberalband bis zur Galea aponeurotica
- Mundboden & Kiefer als Teil der tiefen Frontlinie: Verbindungen über die Skaleni zu endothorakalen Faszien, Perikard, Zwerchfell (Zentralsehne) und Beckenboden
- Faszienspannung & autonomes Nervensystem (ANS): Mechanismen, klinische Bedeutung, Stressmuster
- Stimme, Resonanzräume und fasziale Vorspannung (relevant u. a. bei Dysfunktion/Überlastung)
- Evolutionsbiologische Aspekte der cranio-mandibulären Region und klinische Konsequenzen
- Chronischer Stress: Effekte auf Funktion und Morphologie myofaszialer Strukturen
Praktische Anwendungen (Hands-on)
- Myofasziale Lösungstechniken für Trapezius-Faszienhülle, suboccipitale Bandstrukturen und die Myodural Bridge
- Integration von aktiven Mikrobewegungen der Patient:innen (inkl. Nutzung symmetrischer/asymmetrischer Nackenreflexe)
- Feldenkrais-basierte Techniken für Kiefer und Kopf-Nacken-Koordination
- Intraorale manualtherapeutische Techniken (Elemente aus Rolfing® und Osteopathie)
- Vagus-orientierte Interventionen nach therapeutischen Ansätzen von Stanley Rosenberg & Stephen Porges
Empfohlene Ressourcen
- Lehrbuch Faszien – R. Schleip et al. (Elsevier Urban & Fischer)
- Der Faszien-Code – R. Schleip, A. Oellerich, J. Wessels (Riva Verlag
- Faszien als sensorisches u. emotionales Organ: Emotionen, Faszien u. Immunsystem: DOI-Link
- Weitere Publikationen: www.fasciaresearch.de/publications
- Videos: YouTube-Link, ARD Mediathek
Weitere Kurse mit Prof. Dr. Robert Schleip im Fobizentrum Hagen:
Kursgebühr
EUR 370,00
Fortbildungspunkte
16 Fortbildungspunkte
Kursdaten
15.08.-16.08.2026
