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Stretching & Dehnen im Focus der Faszienforschung

Seminar mit Prof. Dr. Robert Schleip

Evidenzbasierte Dehntherapie für Physiotherapie, Rehabilitation & Sport

 

Dehnen erlebt derzeit eine wissenschaftliche Renaissance. Während statisches Stretching vor einigen Jahren vielerorts kritisch gesehen wurde, zeigen aktuelle Studien heute ein deutlich differenzierteres Bild.

Dieser kompkte, anwendungsorientierte Workshop verbindet die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Stretching-, Faszien- und Sehnenforschung mit konkreten Anwendungen für den physiotherapeutischen Alltag. Neben klassischen, selbständig ausgeführten Dehnübungen – von statischem Stretching über PNF-Techniken und ballistisch-federnde Dehnungen bis hin zu verschiedenen Yoga-Stilen als ganzheitlichen Dehnungsformen – werden insbesondere therapeutisch assistierte Dehntechniken vermittelt, bei denen der Behandler die Dehnung gezielt unterstützt, moduliert oder durch manuelle Impulse ergänzt.

Je nach Dosierung und therapeutischem Ziel kann Dehnen gezielt zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit, zur Beeinflussung der Gewebesteifigkeit, zur Unterstützung der Sehnenheilung, zur Leistungssteigerung, zur Prävention von Verletzungen sowie sogar zur Förderung der Gefäßgesundheit eingesetzt werden. Gleichzeitig erweitert die moderne Faszienforschung unser Verständnis darüber, wie mechanische Belastungen auf Muskeln, Sehnen und das kollagene Bindegewebe wirken und wie sich diese Erkenntnisse therapeutisch nutzen lassen.

Darüber hinaus werden neue Erkenntnisse zur Behandlung von Narben, fibrotischen Adhäsionen und kollagenen Versteifungen vorgestellt. Ebenso wird die wachsende Bedeutung epineuraler Faszien und neurodynamischer Mobilität für Beweglichkeit und Schmerzentwicklung diskutiert und anhand praktischer Anwendungen vermittelt. Damit bietet der Kurs einen integrativen Ansatz, der muskuläre, fasziale, neurale und tendinöse Aspekte der Beweglichkeit gleichermaßen berücksichtigt.

Ein wesentlicher Anteil des Kurses (ca. 40%) besteht aus praktischen Anwendungen. Die Teilnehmenden erlernen eine Vielzahl unmittelbar umsetzbarer Techniken für unterschiedliche Körperregionen sowie moderne Behandlungskonzepte, welche aktuelle Erkenntnisse der Faszien- und Bindegewebsforschung mit bewährten manualtherapeutischen Ansätzen verbinden.

Kursinhalte

Wissenschaftliche Grundlagen

  • Neue Erkenntnisse aus der Stretching-, Faszien- und Sehnenforschung
  • Das myofasziale Kontinuum: Kraftübertragung jenseits des klassischen Muskel-Sehnen-Modells
  • Welche Gewebe reagieren auf welche Art von Dehnbelastung?
  • Mechanobiologie von Faszien, Fibroblasten und Tenozyten
  • Optimale Dosierung verschiedener Dehnformen entsprechend unterschiedlicher Therapieziele
  • Beweglichkeit, Gewebesteifigkeit und Schmerz – was lässt sich tatsächlich beeinflussen?
  • Was Elastografie-Studien über altersabhängige Veränderungen der Gewebesteifigkeit zeigen – und welche Konsequenzen sich daraus für Dehnprogramme ableiten lassen
  • Kombination von Dehnen mit Krafttraining, Vibration und aktiver Bewegung
  • Klinische Konsequenzen für Prävention, Rehabilitation und Return-to-Activity

Selbständig ausgeführte Dehnungen

  • funktionelle Dehnprogramme für Alltag und Sport
  • aktive und dynamische Dehnformen
  • klassische statische Dehnungen
  • PNF-Techniken
  • mehrgelenkige myofasziale Dehnungen
  • Yin-yoga -inspirierte länger anhaltende, entspannte Dehnungen
  • Länger-anhaltende intensive Dehnung als Hypertrophie-Training
  • individuelle Heimprogramme  

Therapeutisch assistierte Dehnungen

  • manualtherapeutisch unterstützte Dehntechniken
  • Kombination von manueller Gewebearbeit und Stretching
  • dosierte Traktions- und Scherimpulse
  • aktive Mitarbeit des Patienten während der Dehnung
  • Optimierung von Timing, Atmung und Gewebewahrnehmung
  • Assisted Stretch Explorations nach Ron Kurtz

Spezielle Dehnkonzepte

  • Pandiculation Stretches nach Thomas Hanna
  • Kombination von Mikrobewegungen mit assistierten Dehnungen
  • wahrnehmungsorientierte Dehntechniken
  • Integration aktueller Faszienkonzepte in bestehende manualtherapeutische Behandlungskonzepte

    Spezielle klinische Anwendungen

    • Dehntechniken bei Narben, Adhäsionen und fibrotischen Gewebeveränderungen
    • Stress-Shielding-Konzept bei remodelliertem Gewebe – wann längere Dehnungen sinnvoll sind
    • Verbesserung der Scherbeweglichkeit zwischen kollagenen Gewebeschichten
    • Neurodynamische Mobilisation und epineurale Faszien
    • Differenzierung zwischen neuralen und myofaszialen Bewegungslimitierungen
    • Mehrgelenkige Dehnformen zur gleichzeitigen Mobilisation neuraler und myofaszialer Strukturen
    • Integration in Prävention, Rehabilitation und Return-to-Play

        Was die Teilnehmer mitnehmen

        Nach Abschluss des Workshops können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

        • die aktuelle Evidenz zum therapeutischen Dehnen sicher einordnen,
        • unterschiedliche Dehnformen gezielt entsprechend verschiedener Therapieziele einsetzen,
        • selbständig ausgeführte und assistierte Dehntechniken sinnvoll kombinieren,
        • moderne Erkenntnisse der Faszien-, Sehnen- und Neurodynamikforschung unmittelbar in ihre Behandlung integrieren,
        • Narben- und Adhäsionsgewebe differenziert behandeln,
        • neurale und myofasziale Bewegungseinschränkungen besser unterscheiden und
        • individuelle, evidenzbasierte Dehnprogramme für unterschiedliche Beschwerdebilder entwickeln.

         

        Empfohlene Ressourcen:

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        Kursgebühr

        EUR 370,00 

        Fortbildungspunkte

        16 Fortbildungspunkte

        Kursdaten

        15.07.-16.07.2027

        Kursdauer

        2 Tage mit insgesamt ca. 16 UE á 45 Min.

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        Unterrichtszeiten

        Donnerstag 14.00-20.30 Uhr, Freitag 9.00-17.00 Uhr

        Kursleitung

        Prof. Dr. biol. hum. Robert Schleip

        ist Leiter der Fascia Research Group (Technische Universität München & Universität Ulm), Founding Director der Fascia Research Society sowie Forschungsdirektor der European Rolfing Association. Er war Co-Initiator des 1. Fascia Research Congress (Harvard Medical School, Boston 2007), womit der wissenschaftliche Durchbruch auf diesem neuen Feld gelang. Seither ist er im wissenschaftlichen Komitee und treibende Kraft der internationalen Nachfolgekongresse.

        Adressaten

        Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Ärzte, Osteopathen sowie Yoga-/Pilates-/Atem-/Tanz-/Sport-/Ergo-Therapeuten, Sportpädagogen. 

        Neue Kurse